Montag, 2. Januar 2017

Spaziergang in Weisslingen - Berchtoldstag

Heute ist der letzte Tag meiner langen Weihnachtsferien.


Ich sitze am Frühstückstisch und blicke auf den Wald und die weiss überzuckerten Felder, die hinter dem Garten beginnen. Draussen ist es schon hell, aber immer noch ganz ruhig. Noch ist niemand unterwegs, noch nicht einmal Hundebesitzer. Es ist so wunderschön still ohne das Dauerrauschen des üblichen Pendelverkehrs. So still wie an diesen Tagen ist es sonst während des ganzen Jahres nie. Ab morgen ist es dann definitiv vorbei damit. Heute aber feiert der Grossteil der Schweiz noch den letzten Weihnachtsfeiertag. Ich auch, mit einer leichten Katerstimmung nach meinen zwei Wochen Ferien.



Ich liebe die Feiertage Ende Jahr: Advent, Weihnachten, Stephanstag, die Zeit zwischen den Feiertagen, Silvester, Neujahr, Berchtoldstag bis hin zum Dreikönigstag. Es ist für mich eine lange Pause, eine Auszeit, ein Unterbruch im Alltag, in der die innere Uhr durcheinandergewirbelt wird und die Zeit keine Rolle spielt. Es ist eine andere Art von Ferien, wo man gar nichts muss: nicht wegfahren, nicht aktiv sein, an nichts denken, nichts erledigen oder abarbeiten. Eine zeitlose Zeit. Keine Pflicht, sondern Kür.


Es sind die Tage im Jahr, wo man nichts anderes tun muss, als Freunde und Familie zu treffen, es sich gemütlich zu machen, sich zu erholen und lange zu schlafen, Geschenke zu übergeben und entgegenzunehmen, sich selber und anderen gegenüber grosszügig zu sein, sich selber und anderen etwas zu gönnen, zu verwöhnen, zu schlemmen und etwas näher zusammenzurücken in dieser  dunkelsten Zeit des Jahres, diese mit Kerzen und Lichtern zu erhellen, mit Freude, Gesang, Düften und allerlei Wärmendem fröhlich zu machen, Freude zu verbreiten und gemeinsam das Fest des Friedens, der Liebe und der Erneuerung zu feiern. Eine fröhliche Zeit, eine besinnliche Zeit, eine Zeit der Freundlichkeit und der Annahme, der guten Vorsätze und Glückwünsche.


Wieso machen wir das eigentlich nicht öfter?